Alles steht still, immer noch fehlen uns die Perspektiven – wann werden wir unsere kynologischen Hobbys wieder ausüben können?

Keine Frage, in der COVID-19-Pandemie gibt es gravierendere Probleme als die Qualitätssicherung in der Rassehundezucht. Aber tun wir wirklich alles, was möglich ist, um unsere Grundsätze auch in der Krise aufrecht zu erhalten?

Die Einzelbeurteilung durch einen Formwertrichter ist zur Feststellung der Zuchteignung eine gute Übergangslösung, aber kein wirklicher Ersatz für die Konkurrenz im Ring unter verschiedenen Richtern. Größere Ambitionen wie Auslesezucht oder Champion-Nachzucht sind ausgeschlossen. Wir werden letztlich eine ganze Hundegeneration ohne Champion-Titel haben; der Jugendchampion ist für die meisten seit Beginn der Pandemie geworfenen Hunde ohnehin hinfällig.

Notgedrungen wählen wir derzeit auch nur die nächstliegenden Deckrüden. Wer "seinen" Deckrüden noch nicht gefunden hatte – derzeit wird er ihn nicht finden. Auch wenn die künstliche Befruchtung jetzt schon für den ersten Wurf erlaubt ist, ein Online-Date anhand von ausgesuchten Fotos in den Social Media reicht da nicht, man muss den Rüden schon in Stand und Bewegung gesehen und in der Hand gehabt haben.

Umdenken und initiativ werden!

Wir haben nun ein Jahr des Stillstandes und Innehaltens hinter uns, jetzt ist es Zeit, umzudenken und die Initiative zu ergreifen, denn niemand weiß, wie lange die gesundheitspolitischen Einschränkungen unsere Aktivitäten noch bestimmen werden.

Was können wir tun? Das Wichtigste – und während des Lockdown leider das einzige: Kommunikation. Die Rasseclubs müssen sich austauschen und unter den gesundheitspolitischen Einschränkungen gemeinsam Aktivitäten im kleineren Rahmen und möglichst im Freien planen, die rasch und effizient auf die Beine gestellt werden können. Dazu sollten, sobald das möglich ist, auch ausländische Aussteller explizit angesprochen werden, um der Zucht wieder mehr Vielfalt zu ermöglichen.

Der Verband hätte eine unterstützende und ermöglichende Rolle, die er bisher leider nicht wahrgenommen hat.