Die Rasse des West Highland White Terrier – kurz "Westie" – wurde 1905 anerkannt. Ursprünglich wurde er für die Jagd im schottischen Hochland gezüchtet. Seinen Jagdinstinkt hat er sich bewahrt, auch wenn er heute vor allem ein Familienhund ist.

Charakter und Bedürfnisse des Westie

Der Westie ist – wie alle Haustiere – kein Spielzeug, sondern ein aufgeweckter und lebhafter Gefährte. Dank seiner Intelligenz und Spielfreude lernt er rasch die notwendigen guten Manieren und wird bei allen Aktivitäten mit Begeisterung mitmachen.

Der Westie ist intelligent, treu und verspielt. Durch seinen anhänglichen und fröhlichen Charakter ist er ein idealer und kinderlieber Familienhund, der immer und überall dabei sein kann.

Auch wenn der Westie als niederläufiger Terrier keine großen Platzansprüche stellt, darf sein Bewegungsdrang nicht unterschätzt werden. Er hat viel Ausdauer und braucht Beschäftigung.

Wie alle Terrier ist der Westie eigenständiges Denken gewohnt. Mit liebevoller Konsequenz erzogen, ist er sehr gelehrig und meistert auch die schwierigen Begleithundeprüfungen mit Bravour. Auch wer gerne Hundesport betreibt, findet in ihm einen idealen Partner.

Entstehung der Rasse und geschichtlicher Hintergrund

Schon seit Jahrhunderten wurden in den schottischen Highlands und auf den Inseln Westschottlands von den Farmern und Wildhütern, vor allem aber von den Adelsfamilien, den Clans, Terrier verschiedener Rassetypen als Arbeitsmeuten gehalten. Die verschiedenen regionalen Terrierschläge wurden nachweislich miteinander gekreuzt, wobei vor allem die Liebhaber weißer Hunde in besonderer Weise auf Farbeinheit und ausgeprägte Arbeitsqualitäten achteten. Durch Rassekreuzungen suchten sie die Ausprägung bestimmter Merkmale zu festigen und zu sichern. West Highland White Terrier sind also – wie die anderen schottischen Terrierrassen auch – ohne Zweifel klassische Produkte des 19. Jahrhunderts – des Jahrhunderts der Kynologie.

Statt die weißen bzw. hell sandfarbenen Welpen, die in den Würfen der schottischen Arbeitsterrier jener Zeit immer wieder auftauchten, zu eliminieren, baute unter anderen Colonel Malcolm of Poltalloch seine Zucht mit eben diesen Hunden auf. Die Poltalloch Terrier des Colonel Malcolm sind unbestritten der wichtigste Zweig der Vorfahren des West Highland White Terrier. Nachdem der Colonel einen seiner rötlich-braunen Terrier mit einem Fuchs verwechselt und erschossen hatte, beschloss er, nur noch weiße Arbeitsterrier zu züchten.

Reinzucht und Anerkennung der Rasse

Diese weißen Terrier wurden ausschließlich für die Arbeit gehalten, und es dauerte Jahrzehnte, ehe sie farbrein gezüchtet werden konnten. Noch bis 1924 konnten weiße Welpen aus Cairn-Terrier-Würfen als West Highland White Terrier eingetragen werden. Auf Gemälden des Tiermalers Edwin Landseer aus dem Jahre 1839 sind bereits West Highland White Terrier zu erkennen. Im Jänner 1905 wurde der erste "White West Highland Terrier Club" in Schottland mit dem Duke of Argyll als Ehren-Präsidenten und Colonel Malcolm of Poltalloch als Präsidenten gegründet, um die Zucht dieser Terrierrasse zu fördern. Der erste Standard wurde aufgestellt. 1906 wurde der West Highland Terrier Club of England gegründet. Die Anerkennung der Rasse unter dem Namen West Highland White Terrier durch den britischen Kennel Club erfolgte im Jahr 1907.

Der West Highland White und der Cairn-Terrier haben zwar gleiche Vorfahren, aber die Selektionszucht hat zwei Rassen mit recht unterschiedlichen Wesenseigenschaften hervorgebracht.

Der Westie heute

Der Westie ist in aller Welt als Werbeträger bekannt und beliebt geworden und galt jahrelang als Modehund. Das ist der Rasse nicht gut bekommen, viele Hunde wurden in der nicht kontrollierten Zucht eingesetzt, ohne ihre gesundheitliche Eignung dafür zu überprüfen. Krankheiten und Wesensschwäche sind da vorprogrammiert. Gegen  diese Machenschaften anzukämpfen, gehört zu den Aufgaben der kontrollierten Zucht im Rahmen der FCI und des ÖKV.

Der Westie aus der Qualitätszucht ist fröhlich, mutig und unternehmungslustig, robust und langlebig – ein Familienmitglied, das überall mit dabei ist!